Mehr Sicherheit im Bad: So wird die Dusche familienfreundlich
Das Badezimmer gehört zu den unfallträchtigsten Räumen im gesamten Haushalt.
Rutschige Fliesen, scharfe Kanten und heißes Wasser stellen besonders für Kinder und
ältere Familienmitglieder ein erhebliches Risiko dar.
Mit durchdachten Maßnahmen lässt sich die Dusche jedoch in einen sicheren Ort
verwandeln, der allen Generationen gerecht wird. Die gute Nachricht: Viele Verbesserungen
sind ohne großen Aufwand umsetzbar und erfordern keinen kompletten Umbau.
Rutschfeste Oberflächen als Grundlage
Der häufigste Unfallgrund in der Dusche ist das Ausrutschen auf nassen, glatten
Oberflächen. Hier schaffen rutschhemmende Matten oder Einlagen schnelle Abhilfe. Diese
sollten mit Saugnäpfen ausgestattet sein, um einen festen Halt zu gewährleisten. Noch
eleganter sind spezielle Beschichtungen für den Duschboden, die dauerhaft aufgetragen
werden und auch optisch kaum auffallen.
Bei einer Neugestaltung empfiehlt sich der Einbau von Fliesen mit erhöhter Rutschfestigkeit,
die nach der Bewertungsgruppe R10 oder höher klassifiziert sind. Auch außerhalb der
Dusche sollte ein saugfähiger Badteppich bereitliegen, damit der Übergang auf den
Fliesenboden nicht zur Gefahrenzone wird.
Temperaturregelung für Verbrühungsschutz
Heißes Wasser kann innerhalb von Sekunden zu schweren Verbrühungen führen, wobei
Kinderhaut besonders empfindlich reagiert. Eine moderne Duscharmatur mit integriertem
Thermostat ist daher eine der wichtigsten Investitionen für ein familienfreundliches Bad.
Diese Armaturen halten die eingestellte Temperatur konstant und verhindern plötzliche
Temperaturschwankungen, wie sie etwa beim gleichzeitigen Wasserbezug in anderen
Räumen auftreten können.
Eine Temperaturbegrenzung auf maximal 38 Grad Celsius bietet zusätzlichen Schutz. Viele
Modelle verfügen über eine Kindersicherung, die das versehentliche Aufdrehen des
Heißwassers verhindert. Wer keine neue Armatur einbauen möchte, kann zumindest am
Warmwasserbereiter eine generelle Temperaturobergrenze einstellen.
Haltegriffe und Sitzmöglichkeiten
Stabilität beim Ein- und Aussteigen sowie während des Duschens erhöht die Sicherheit
erheblich. Fest montierte Haltegriffe an strategischen Stellen geben Halt und ermöglichen
es, das Gleichgewicht zu bewahren. Diese sollten aus rostfreiem Material bestehen und
fachgerecht in der Wand verankert werden, um das Körpergewicht sicher zu tragen.
Für ältere Menschen oder Familienmitglieder mit eingeschränkter Mobilität ist ein klappbarer
Duschsitz eine sinnvolle Ergänzung. Er ermöglicht das Duschen im Sitzen und reduziert die
Sturzgefahr deutlich. Auch für Kinder kann ein kleiner Hocker hilfreich sein, um selbstständig
an Duschgel oder Shampoo zu gelangen, ohne sich gefährlich strecken zu müssen.
Barrierefreier Zugang für alle Generationen
Eine bodengleiche Dusche ohne Schwelle erleichtert den Zugang für alle Altersgruppen.
Kinder müssen nicht über hohe Ränder klettern, und ältere Menschen vermeiden
Stolperfallen. Falls ein Umbau nicht möglich ist, können flache Einstiegsrampen oder
niedrige Duschwannen eine Alternative darstellen.
Transparente Glaswände statt Vorhängen ermöglichen zudem die Beaufsichtigung kleiner
Kinder, ohne ständig in die Dusche schauen zu müssen. Gleichzeitig verhindern sie, dass
Wasser den gesamten Boden flutet und zusätzliche Rutschgefahr entsteht.
Ordnung und Beleuchtung nicht vergessen
Herumliegende Shampooflaschen und Spielzeug werden schnell zu Stolperfallen.
Wandregale und Ablagen in sicherer Höhe schaffen Ordnung und halten den Duschboden
frei. Auch die Beleuchtung spielt eine wichtige Rolle: Ein gut ausgeleuchtetes Bad
verhindert, dass Hindernisse übersehen werden. Feuchtraumgeeignete LED-Leuchten
sorgen für helles, gleichmäßiges Licht ohne Blendung. Nachtlichter mit Bewegungssensor
können zusätzlich den nächtlichen Gang ins Bad sicherer gestalten.
Fazit: Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung
Ein familienfreundliches Badezimmer entsteht durch die Kombination verschiedener
Sicherheitsvorkehrungen. Nicht jede Maßnahme erfordert einen kostspieligen Umbau – oft
reichen bereits rutschfeste Matten, Haltegriffe und eine bewusste Temperatureinstellung
aus, um das Unfallrisiko erheblich zu senken.
Wer langfristig plant, sollte bei Renovierungen auf barrierefreie Lösungen setzen, die allen
Familienmitgliedern zugutekommen. Denn ein sicheres Bad bedeutet nicht nur Schutz vor
Unfällen, sondern auch mehr Selbstständigkeit und Wohlbefinden für Jung und Alt.
Titelbild: unsplash

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