Benutzer Teilen

Von Bildauswahl bis Zeichenabstand: Designbasics für schönere Karten

x

Ob zu Ostern, zum Valentinstag oder Geburtstag: Gruß- und Glückwunschkarten erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Kreative und ausgefallene Karten bereiten den Beschenkten viel Freude, da sie als einzigartige Kunstwerke liebevolle Wertschätzung ausdrücken. Wer schöne Karten selbst gestaltet, sollte wiederum einige „Designbasics“ beachten. Der nachfolgende Beitrag zeigt, wie es gelingt, Karten ansprechend zu gestalten.

Bildsprache beachten: Kriterien für eine gelungene Bildauswahl

Bilder sind auf Karten, die laut Angaben des Grußkartenverbands häufiger von älteren Menschen gekauft werden, wichtige Eyecatcher. Sie rufen beim Betrachter binnen weniger Sekunden Gefühle hervor, lange bevor der dazugehörige Text überhaupt gelesen wird. Schöne Karten überzeugen folglich im ersten Eindruck nicht durch den Text, sondern durch eine ansprechende Motivauswahl. Gleichzeitig gibt es auf statischen Medien klare Bildkriterien, die der Skalierbarkeit dienen. Fotos und Designs müssen aus einer harmonischen Komposition aus Struktur, Perspektive und Dynamik bestehen. Für die Bildauswahl bedeutet das:

  • Das Design der Karte sollte harmonisch mit deren Kernbotschaft einhergehen. Auch die Farben sollten passend sein, damit die Karte nicht an Überzeugungskraft verliert.
  • 90 Prozent des ersten Eindrucks hängen schlichtweg mit der farblichen Gestaltung zusammen. Folglich gilt es, bei der Bildauswahl stets den Anlass im Blick zu behalten. Zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten oder Geburtstagen setzen Kreative am besten auf fröhliche, helle Nuancen. Ernste Anlässe wie etwa Trauerbekundungen erfordern hingegen eine neutrale, möglichst dunkle Farbgebung.
  • Fotos müssen auf Grußkarten nicht unbedingt Platz finden, können allerdings die Aufmerksamkeitsrate um bis zu 30 Prozent erhöhen.
  • Natürlich hängt die Bildauswahl immer mit dem persönlichen Empfinden zusammen. Schön ist es, wenn das Design der Karte beispielsweise Erinnerungen weckt, die mit positiven Gefühlen verbunden sind.

Typographie: Von Schriftart bis Zeilenabstand alles richtig machen

Typographie ist als „Lehre der Schriftgestaltung“ ein elementarer Bestandteil von Grußkarten. Sie macht den Text ästhetisch ansprechender und auch lesbarer. Dabei kann sich typographisches sowohl auf die gestalterischen Merkmale von Texten, als auch auf Handschriftliches beziehen. Wie auf Designwissen nachlesbar ist, geht ein schlüssiges typographisches Gesamtbild mit einer klaren Textbotschaft einher. Bei dieser gilt es wiederum, die Lesegewohnheiten der Menschen zu beachten.

Grundsätzlich werden Texte von links nach rechts sowie von oben nach unten gelesen. Wer mit einer hochwertigen Karte von Karten-Paradies die Aufmerksamkeit gewinnen möchte, sollte daher auf bestimmte Gestaltungsmerkmale achten. Oftmals lassen sich Texte beim ersten Lesen überfliegen, sodass die wichtigste Aussage in der rechten oberen Ecke untergebracht werden sollte. Außerdem erscheinen kleine Hervorhebungen in Form von gefetteten Textpassagen sinnvoll.

Damit der Text auf der Karte gut lesbar ist, müssen Schriftart-, -größe und Zeilenabstand stimmen. Bei der eingesetzten Schriftart gibt es grundsätzlich kein „richtig“ oder „falsch“. Handschriftliche Designs wirken elegant und persönlich, sodass sie auf privat verschenkten Karten gut zur Geltung kommen. Bei Grußkarten für Kinder und Jugendliche bieten sich geschwungene oder rechtsbündige Schriftarten an. Serife Schriftarten mit abgerundeten Ecken wiederum setzen wagemutige Akzente, die visuell einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Für klassische Anlässe wie Hochzeiten und andere Zeremonien eignen sich sogenannte Script Schriftarten mit miteinander verbundenen, geschwungenen Buchstaben.


Klassische Einladungskarten sind in einem bestimmten Format gehalten: Zweiseitig im Querformat, mit den Maßen 14,8 x 14,8 cm.

Dennoch ist die Wahl einer schönen Schriftart wortwörtlich nur die halbe Miete. Denn die Lesbarkeit eines Textes ist größtenteils von der Schriftgröße sowie dem Zeilenabstand abhängig. Gedruckte Fließtexte sollten in einer für das menschliche Auge angenehmen Schriftgröße gehalten sein. Für gedruckte Formate gelten Schriftgrößen mit neun bis 12 Punkten als erstrebenswert, während digitale Formate bis zu 24 Pixel aufweisen. Schlussendlich gilt es, auch die Zeilenlänge zu beachten: Höchstens 90 Zeichen bzw. Buchstaben sind ratsam, damit der Text gut lesbar bleibt.

Auch der Abstand zwischen untereinander angeordneten Zeilen folgt laut Typolexikon fest definierten Gestaltungsmerkmalen. Er sollte auf Karten weder zu groß, noch zu klein ausfallen. Häufig beträgt der Zeilenabstand im Printdesign 120 Prozent der Schriftgröße. Deutsche Texte benötigen aufgrund der vielen Großbuchstaben oft einen größeren Zeilenabstand. Generell sollte der Abstand bei langen Textzeilen größer, bei kürzeren Textzeilen kleiner ausfallen.

Mit intelligenter Farbwahl die Karten verschönern

Es sind die Farben, die einer schönen Karte den letzten Schliff geben. Farben beeinflussen aus psychologischer Sicht die Wahrnehmung, rufen Emotionen hervor und erzeugen einen Wiedererkennungswert. Insgesamt orientiert sich die Farblehre an zwei altbekannten Grundsätzen: Gleiches gesellt sich gern zueinander, doch auch Gegensätze ziehen einander an. Welche Farben harmonisch zusammenpassen, lässt sich beispielsweise auf Farbrädern sowie auf Farbmusterkarten ablesen.

Grundsätzlich unterscheidet die Farblehre Primär- und Sekundärfarben. Zu den Primärfarben gehören Gelb, Blau und Rot. Bei den Sekundärfarben lassen sich Orange, Grün und Violett voneinander abgrenzen. Kontraste auf Karten können durch im Farbkreis gegenüberstehende Farben erzeugt werden. Harmonische Ton-in-Ton-Kombinationen gelingen mit Farben aus derselben Farbfamilie. Am einfachsten ist es, warme Farbtöne bzw. kalte Farben mit ihresgleichen zu kombinieren:

  • Grau geht als neutrale Farbe mit Schwarz oder Weiß einher. Generell lassen sich alle Primar- und Sekundärfarben mit Grau kombinieren.
  • Rot steht als warme Farbe sinnbildlich für Hitze, Feuer und Leidenschaft. Als energetische Farbe sollte es auf Karten akzentuiert eingesetzt werden. Grau-, Schwarz- oder Weißtöne bieten sich an, um rote Farben zu begleiten.
  • Die beliebte Farbe Blau ist vielseitig einsetzbar. Sie symbolisiert Verbindlichkeit und Vertrauen, wirkt auf das menschliche Auge zudem harmonisch und beruhigend. Als Primärfarbe ergänzt Blau problemlos andere kühle Farbtöne wie Violett oder Grau. Belebende Kontraste sind in Verbindung mit Orange oder Gelb möglich.
  • Die Sonnenfarbe Gelb steht als dritte Primärfarbe für Fröhlichkeit. Da der warme Farbton visuell auffällig ist, sollte er weniger als Hauptfarbe, sondern eher begleitend eingesetzt werden. Gelb harmoniert mit Braun und Grau, gleichzeitig erzeugt die Farbe gemeinsam mit Violett Kontraste.
  • Orange lässt sich als Sekundärfarbe ideal mit Rot und Gelb verbinden. Als warme Farbe verleiht Orange jedem Kartendesign eine optimistisch-natürliche Grundhaltung. Für kreative Karten mit jugendlichem Stil eignen sich orangene Farbtöne perfekt.
  • Grün geht als kühle Sekundärfarbe sowohl mit warmen, als auch mit kalten Farbtönen einher. Von der Bedeutung her assoziieren Menschen diese Farbe automatisch mit Umwelt und Gesundheit. Daher repräsentiert die Farbe auf Karten Vitalität, aber auch Wachstum und Wohlstand.
  • Violett bzw. Lila ermöglicht abwechslungsreiche Farbkombinationen. Als Nuance, die nicht eindeutig den kalten oder warmen Farbtönen zugeschrieben werden kann, passt sie zu unterschiedlichen Gelegenheiten. Hellere Töne wirken auf Karten feminin, während dunklere Nuancen dem Design einen luxuriösen Touch geben.


Weniger ist beim Design oft mehr. Weißflächen und wenige Farben beruhigen das Auge, anstatt visuell zu überladen. Auch das Prinzip der Anordnung gilt es zu berücksichtigen: Inhaltlich zusammengehörige Elemente stehen nahe beieinander, kein Element taucht willkürlich auf, Wiederholungen und Kontraste steigern den Wiedererkennungswert.

Abbildung 1: pixabay.com © pexels (CC0 Creative Commons)

Abbildung 2: pixabay.com © stocksnap (CC0 Creative Commons)


Registrier dich oder log dich ein um an einem spannenden Gedankenaustausch teilzunehmen.